Ein ganzer Trainingstag voll mit Karate, drei Hallenabschnitte für unterschiedliche Leistungsstufen und eine große Auswahl an Kata. Das sind detaillierte Bewegungsabläufe mit Angriffs- und Verteidigungstechniken, um die Kampfkunst zu verinnerlichen. Beim 23. Licher Kata-Marathon kamen am 5. September 2026 nicht nur hessische Karateka zusammen, um gemeinsam zu trainieren, Techniken zu verfeinern und neue Bewegungsabläufe kennenzulernen. Erstmals fand der traditionsreiche Lehrgang des Karate Dojo Lich nicht in Lich, sondern in der Sporthalle der Gesamtschule Hungen statt. Am bewährten Konzept änderte der neue Trainingsort jedoch nichts: Vom Nachwuchs bis zum erfahrenen Schwarzgurt konnten sich die Teilnehmenden ihr individuelles Trainingsprogramm zusammenstellen.
17 unterschiedliche Katas im Angebot
Nach dem gemeinsamen Aufwärmen verteilten sich die Karateka auf drei Hallenabschnitte. Insgesamt standen 17 Trainingseinheiten zur Auswahl. Das Spektrum reichte von den grundlegenden Heian-Katas über fortgeschrittene Formen wie Bassai Dai und Jion bis zu anspruchsvollen Katas wie Unsu, Gankaku oder Goju Shiho Sho. Damit bot der Kata-Marathon für unterschiedliche Graduierungen und Erfahrungsstufen passende Einheiten.
Kata gehören zu den zentralen Bestandteilen des Karate. Dabei führen die Sportlerinnen und Sportler eine festgelegte Folge von Angriffs- und Abwehrtechniken gegen imaginäre Gegner aus. Mit zunehmender Erfahrung werden die Abläufe komplexer und stellen höhere Anforderungen an Technik, Präzision und Körperbeherrschung. Gerade ein Lehrgang wie der Kata-Marathon bietet die Gelegenheit, bekannte Abläufe intensiv zu trainieren und sich zugleich an neue Kata heranzuwagen.
Bekannte Trainer und ein neues Gesicht
Auch 2026 setzte das Karate Dojo Lich auf ein erfahrenes Trainerteam. Mit dabei waren erneut Bernhard Milner, A-Prüfer aus Bochum (9. Dan) sowie Detlef Herbst, A-Trainer und A-Prüfer aus Lich (8. Dan). Ebenfalls wieder zum Trainerteam gehörten Christian Bonsiep (6. Dan), A-Trainer und A-Prüfer sowie Leistungssportreferent des Hessischen Fachverbands für Karate, und Benjamin Wolf (4. Dan), Zweiter bei der Shotokan-Europameisterschaft 2024. Eine Premiere gab es mit Marijan Glad (7. Dan). Der ehemalige Europa- und Vizeweltmeister leitete erstmals Einheiten beim Licher Kata-Marathon und ergänzte das den regelmäßigen Teilnehmenden bereits bestens bekannte Trainerteam.
Nicht nur selbst trainieren
Ein besonderer Programmpunkt richtete sich wieder an Karate-Trainerinnen und -Trainer. Unter dem Titel „Teach the Trainer“ ging es darum, Wissen nicht nur selbst zu beherrschen, sondern auch erfolgreich weiterzugeben. Damit griff der Kata-Marathon erneut die Weiterbildung derjenigen auf, die regelmäßig in ihren Vereinen Karate vermitteln.
Neben dem intensiven Training gehört auch der Austausch zum festen Charakter der Veranstaltung. Bereits im Vorjahr kamen Karateka aus mehreren Bundesländern nach Lich. Viele schätzen den Lehrgang nicht nur wegen der Trainingsmöglichkeiten, sondern auch als Gelegenheit, bekannte Gesichter wiederzutreffen und Kontakte über die eigenen Vereine hinaus zu pflegen.
Erfolgreicher Abschluss mit Gürtelprüfungen
Nach knapp neun Stunden zwischen Begrüßung, Aufwärmen und den letzten Kata-Einheiten war der Trainingstag noch nicht ganz beendet. Ab 18.15 Uhr stellten sich Karateka den abschließenden Kyu-Prüfungen. Die ein wenig aufgeregten, aber sehr gut vorbereiteten Prüflinge bestanden beide und erreichten damit die nächste Stufe auf ihrem Weg im Karate.
Text: Oliver Claas
Foto: Steffen Bonn
