Was ist Karate?

Von China über Okinawa nach Japan

Karate, eine japanische Kampfkunst, hat seine Vorläufer in China und gelangte über die Insel Okinawa Anfang des 20. Jahrhunderts nach Japan. Das japanische Schriftzeichen für Karate bedeutete ursprünglich "Kunst aus China". Insbesondere der okinawanische Meister Gichin Funakoshi machte sich um die Systematisierung und Popularisierung von Karate in Japan verdient. Im Karate hat sich im Laufe der Jahrzehnte eine Vielzahl von Stilrichtungen herausgebildet. Im Karate-Dojo Lich wird Shotokan ausgeübt, die in Deutschland am weitesten verbreitete Stilrichtung.

Entwicklung zum Sport

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Karate von japanischen Lehrern international verbreitet. In Deutschland wurde es erstmalig 1957 vorgestellt. Mit der weltweiten Popularisierung trat dabei zunehmend auch der sportliche Aspekt neben die Tradition der Kampfkunst. Die erste Deutsche Meisterschaft im Wettkampfsport Karate fand 1964 statt. Als Leistungssport ausgeübt stellt Karate hohe Anforderungen an Athletik, Körperbeherrschung und Kondition der Sportler.

Charakterbildung

Karate sollte nicht als reine Körperschulung verstanden werden. Im Karate-Do, d.h. "Weg der leeren Hand ", ist wie in anderen Budo(Kampf-)sportarten die Übung eigentlich nach innen gerichtet und zielt auf die Vervollkommnung der Persönlichkeit. Dies gilt auch und besonders für das Kinder- und Jugendtraining. Daher ist Karate förderlich für die Charakterbildung und das Selbstbewusstsein von Heranwachsenden.

Karate und Gesundheit

Die gesundheitlichen Aspekte werden in der heutigen bewegungsarmen Zeit, in der schon bei vielen Kindern Haltungsschäden oder Übergewicht feststellbar sind, immer wichtiger. Beim Karate-Training wird die gesamte Muskulatur belastet, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit werden stark gefördert. Im Kindertraining wird nicht nur Wert auf das Erlernen von Karate-Techniken gelegt, sondern die Förderung der motorischen Grundfertigkeiten stellt ein gleichwertiges Lernziel dar. Doch auch für Spät- und Wiedereinsteiger in den Sport ist Karate sehr geeignet. Bei richtiger Anleitung ist Karate als Ausgleich zum hektischen Alltag ideal. Grundsätzlich kann es bis in das hohe Alter ausgeführt werden und ist von der Weltgesundheitsorganisation WHO als gesundheitsfördernd anerkannt.

Respekt vor dem Gegenüber

Zu den Prinzipien des Karate gehört die Entwicklung von Durchhaltevermögen, Konzentration und Selbstkontrolle. Der Respekt vor dem Trainingspartner steht beim Karate an oberster Stelle. Dies ist in der heutigen Zeit, in der Individualismus und "Ellenbogen" häufig das soziale Miteinander bestimmen, ein nicht zu unterschätzender Aspekt des Karates.

 



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